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Gelebte Tradition: Bekränzung der Abiturienten
18.05.2021

3. Flaschenpost aus Korea – Mail funktioniert wieder!

flaschenpostHallo liebe Daheimgebliebene!  (März/ April 2012)

Viele herzliche Grüße aus Südkorea sendet Euch/ Ihnen Merlin!

Da die Mailverbindungen in den letzten Wochen (resp. Monaten) trotz vielfältiger Versuche unmöglich waren, gibt es erst jetzt wieder neue Erlebnisse aus Korea zu lesen! Viel Spaß beim Studieren !

• Neujahrsfest in Korea

Eigentlich dachte ich, dass der ausgefallene Sonnenaufgangsspaziergang und das schöne Abendessen alles war an Neujahrsfeiern. Aber wie sich circa 3 Wochen später herausstellte, hatte ich mich geirrt. An einem bestimmten Wochenende nach dem chinesischen Kalender – diesmal war das der 22. Januar - trifft man sich bei den Eltern der Gasteltern (also meinen „Gast- Großeltern“). Man bereitet den nächsten Tag vor, indem man die Speisen dafür anrichtet. Am kommenden Tag trifft man sich dann erneut in der Wohnung der Großeltern und deckt einen „traditionellen“ Tisch. Dabei hat jede Familie in Südkorea wirklich dieselbe traditionelle Art von Tellern (dunkelbraune Holzteller) und Besteck (...na ja Stäbchen halt).

Auf dem klassisch gedeckten Tisch steht außerdem ein Bild vom koreanischen Präsidenten.
Dann verbeugt man sich dreimal tief vor diesem Tisch, indem man bis auf die Knie geht und der Kopf fast den Boden berührt.
Erst wenn alle anwesenden Männer dies - entsprechend dem Alter nach getan haben - wird zusammen gespeist.
Wie üblich wird die ältere Generation sehr respektiert und deswegen dürfen sich die Großeltern zuerst das Essen nehmen, dann die
Eltern und dann die Kinder.

Nachdem man ausgiebig gegessen hat, besucht man außerdem die Grabstätten der Vorfahren, die meistens in
den Wäldern sind. Friedhöfe sind nicht üblich.

• Der Schwarze Drache

In Korea ist dieses Jahr das Jahr des „Schwarzen Drachen“.

Die Sternzeichen stammen aus dem chinesischen Kalender. Da Japan und Korea bekanntlich unter großem
Einfluss von China standen, haben sie den chinesischen Kalender übernommen.

In unserem System wechseln die Sternzeichen ja bekanntlich monatlich. Hier in Korea wechseln die
Sternzeichen jährlich. Die Sternzeichen sind in der Reihenfolge:
Ratte - Büffel - Tiger - Hase - Drache - Schlange - Pferd - Ziege - Affe - Hahn - Hund - Schwein

• Familientradition in Korea

Genau dasselbe wie zum Neujahrsfest wird gemacht, wenn der Todestag der Urgrosseltern zelebriert wird.
Dabei steht auf dem Tisch allerdings ein Bild von diesen Vorfahren. Die Familie trägt an diesem Tag schwarze
Sachen und die Familienväter außerdem einen schwarzen „Hut“.

Bevor man sich nun dreimal tief vor dem Bild der Vorfahren verbeugt, wird eine Art koreanischer Sekt
(Reiswein) in ein kleines Holzschälchen eingegossen und über einem glühendem Weihrauchstäbchen hin - und
her bewegt. Jetzt könnte man denken, man fängt einfach an zu essen aber: Nein, jetzt speist man noch nicht!
Das ist der kleine aber entscheidende Unterschied zum Neujahr... Nachdem man sich nun dreimal tief verbeugt
hatte wird der Sekt getrunken (vom ältesten Familienvater) und Neuer eingegossen. Man bewegt das
Schälchen wieder über dem Weihrauchstäbchen hin und her. Man verbeugte sich erneut dreimal tief und der
„Sekt“ wurde dieses Mal von dem nächstjüngeren Familienvater getrunken. Dieses wird solange wiederholt bis
auch der letzte Familienvater und Sohn (inkl. Gastkind) getrunken hat.

Dann wird erneut eingegossen, das Schälchen vor das Bild der Urgrosseltern gestellt und das Licht ausgemacht.
Auf dem altarartigen Tisch geben dann nur 2 brennende Kerzen etwas Licht.

Der älteste Familienvater verlas dann im Dämmerlicht einen kurzen Text auf Koreanisch, den ich leider nicht
verstand. Meine Gastmutter übersetzte aber für mich und es hieß ungefähr, dass er die Geister der
Urgrosseltern zum Mahl ruft. Er sagt die Adresse und Uhrzeit (von diesem Zei tpunkt) an dem sie kommen
sollen. Danach geht die ganze Familie mit den Knien auf den Boden und verbeugt sich so, dass der Kopf fast
den Boden berührt und wartet circa 1 Minute. In diesem Moment bemerkte ich, dass die Tür einen kleinen
Spalt geöffnet war. Ich fragt mein e Gastmutter nach der Zeremonie warum und sie antwortete mir: „Damit die
Geister zum Speisen kommen können!“.

Die Zeremonie wird immer am Todestag des Urgroßvaters abgehalten - und zwar jedes Jahr. Wie ich finde, eine
bemerkenswerte Tradition, um an die älteren Generationen zu erinnern!


• Meine dritte Gastfamilie

Vor einiger Zeit bin ich (planmäßig) schon wieder zu einer neuen Gastfamilie gezogen.

Mein Gastvater ist "traditional doctor". Er beschäftigt sich beruflich hauptsächlich mit Akupunktur.
Meine Gastmutter ist (genauso wie meine letzte Gastmutter) Fachkauffrau, geht aber nicht arbeiten. Sie kann
sehr, sehr gut kochen. smile 

Ich habe wieder 2 Gastbrüder: Der ältere Gastbruder Jong Jun ist zurzeit in Amerika zum Studium.
Mein zweiter Gastbruder Sun Min wechselt in diesen Tagen zur High School. Da die Schule so weit von zu
Hause weg ist, wohnt er bei den Großeltern in Schulnähe und kommt höchstens am Wochenende nach Hause.

Meine beiden Gastbrüder sehe ich daher leider fast nie… Aber meine beiden Gasteltern sind sehr nett zum
mir. Ich glaube, meine Gastmutter würde mich am liebsten gar nicht mehr weglassen.


• Samsung

Vor kurzem haben alle Austauschschüler die Autofabrik von Samsung besucht. Wir haben den kompletten
Prozess gesehen, wie so ein Auto zusammen gesetzt wird. Ein Fahrzeug wir d dort in einer Stunde vollständig
zusammen geschraubt. Pro Minute wird ein Auto im Werk fertig gestellt. Das ist schon extrem schnell! Leider
war es nicht erlaubt, Fotos zu machen.
In meinem gastgebenden Rotaryclub habe ich vor einigen Wochen einen Manager von Samsung kennen
gelernt. Es war sehr interessant, mit ihm über den Konzern zu sprechen. Inzwischen haben wir uns mehrfach zu
Bergwanderungen rund um Busan verabredet und reden dabei viel über den notw endigen Umbruch im Land.
 

• Meine neue Schule

Anfang März habe ich auch meine Schule gewechselt. Meine neue Schule ist dichter an meinem neuen
Zuhause. Die neue Schule ist die „Sajik High School“ - eine Design - Schule. Es ist nun keine reine Jungenschule
mehr , sondern es gibt auch Mädchen! Allerdings ist der Unterricht trotzdem noch komplett getrennt und man
sieht sich höchstens in der Mittagspause beim Essen.

Mit meinen neuen Klassenkameraden komme ich sehr gut zurecht.


• Ausflug zur Jeju-Insel

Vor 2 Wochen haben wir eine Exkursion mit der ganzen Klassenstufe 11 unternommen! Das waren 450 Schüler
– verteilt auf mehrere Flugzeuge!
Wir waren auf Jeju-Island im Süden von Korea. Die Landschaft auf dieser Vulkaninsel war trotz noch
winterlicher Stimmung (wegen der kahlen Bäume) toll anzusehen.

Der Ausflug ging über vier Tage. Wir wohnten in einem kleinen Dorf, das aus 25 kleinen Häusern bestand, die
speziell für Schulausflüge ausgelegt waren. Man wohnte also auf 80 Quadratmetern - und zwar zu
dreißigst! Geschlafen wurde auf Matten auf dem Boden.

Die Wanderungen auf der Insel durch die Täler mit vereinzelt noch rauchenden Quellen und über die Berge
waren wirklich sehr aufregend und wunderschön! Einen Stein durfte man leider nicht mitnehmen – da gab es
sogar Taschenkontrollen!


• Zur Ehrenrettung der handwerklichen Fähigkeiten der Koreaner

Vor einiger Zeit hatten wir ein etwas größeres Rotary Meeting. Ein Rotarier wollte mal meine Kamera
ausprobieren und ließ diese aus Versehen an der Tür anstoßen, so dass das Objektiv abbrach…

Also ging ich am nächsten Tag nach "Nampo Dong" in Busan zu einem Nikon Repair Store. Ich dachte mir
zuerst, dass es relativ lange dauern würde das Teil zu bestellen und einzubauen. Zu meinem großen Erstaunen
nahm die Reparaturstelle m eine Kamera sofort an und ich hatte sie fünf Minuten später wieder! Der Preis
belief sich auf 15 Euro - 5mal weniger als in Deutschland - trotz eines originalen Teils.
Zur Rettung der Ehre der Koreaner: Es gibt also doch noch Leute, die tüchtige Handwerker sind!


• Mail - Empfang

Ich habe jetzt einen Weg über das Schulnetzwerk meiner Schule in das deutsche Netz gefunden, so dass der
Mailversand hoffentlich wieder funktioniert. In den letzten Wochen war es unmöglich, Mails von hier zu senden
– daher kommt die Flaschenpost auch so spät!

Ich freue mich sehr über Nachrichten aus der Heimat und hoffe, dass es allen Freunden und Bekannten gut
geht! Die Zeitverschiebung beträgt jetzt nur noch 7 Stunden!


Viele herzliche Grüße aus Südkorea
von Merlin



1. Was noch frisch und jung an Jahren,
Das geht jetzt auf Wanderschaft;
Um was Neues zu erfahren,
Keck zu proben seine Kraft.

Refrain:
Bleib nicht sitzen in dem Nest:
Reisen ist das Allerbest.

2. Fröhlich klingen unsre Lieder,
Und es grüßt der Amsel Schlag,
Auf, so lasst uns reisen, Brüder,
In den hellen, jungen Tag!

3. Also gehn wir auf die Reise
In viel Städt´ und fremde Land,
Machen uns mit ihrer Weise,
ihren Künsten wohl bekannt.